Aus dem Leben eines Legionärs

Ein Abenteuer der besonderen Art erlebten 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b, die Ende Mai im Museumspark Kalkriese einen „Zeitsprung“ in das Jahr 9 n. Chr. machten. Hier erlebten sie 24 Stunden hautnah, wie der Tag eines römischen Legionärs in einem Legionärslager am Ort der Varusschlacht aussah. 

Das Lagerleben begann mit dem Aufbau der Zelte. Hier zeigte sich: Nur gemeinsam kam man zum fertigen Zelt, da es aus vielen schweren Einzelteilen bestand. Danach ging es an das Einrichten der Schlafstätten mit Isomatten, Decken und (nicht ganz zeitgemäß) unzähligen Koffern und Taschen.

Im Anschluss lernten die Schülerinnen und Schüler Kleidung und „Mode“ zur Zeit der Römer und Germanen kennen, die, wie sie sehr schnell feststellten, bei den Germanen bequem und praktisch, aber nicht schick war und bei den Römern schick, aber unpraktisch.

Germanische Glücksbringer und römisches Mosaik stellten die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag ebenso her, wie das zur Hygiene benutzte Zahnpulver, der Vorläufer unserer heutigen Zahnpasta.

Dann wurde es ernst: Eine römisch-germanische Schlacht wurde mit viel Kampgebrüll, ausgefeilter Kampfstrategie und im strömenden Regen von den Schülerinnen und Schülern nachgestellt. Anschließend bekam jeder ein Kampfschild und die weltbekannte „römische Schildkröte“, eine römische Kampf- und Verteidigungsstrategie, wurde „gebaut“.

Nach einer anstrengenden Schlacht hatte auch ein Legionär einen knurrenden Magen. Die Schülerinnen und Schüler schnippelten Gemüse für ihre wohlverdiente Abendsuppe, die dann gemeinsam am Lagerfeuer (Herd, Backofen und Mikrowelle gab es noch nicht!!!) gekocht und gegessen wurde.

Zum Abschluss des Tages und im Dunkeln stand dann noch eine Führung auf Socken durch den Museumsturm des Parks auf dem Programm, sowie ein Fackelzug durch den ebenfalls dunklen (und unbeleuchteten) Museumspark. Danach ging es in die unbeleuchteten, engen, kalten und durch den strömenden Regen an diesem Tag, feuchten Zelte. Was folgte, war für alle Beteiligten eine eher unbequeme und unruhige Nacht, in der wohl auch nicht alle einen erholsamen Schlaf fanden.

Der nächste Tag startete um 7.00 Uhr mit dem gemeinsamen Morgentee und anschließenden Frühstück am Lagerfeuer. Zum Frühstück standen Dinkelbrei mit Apfelmus oder Weißbrot mit Honig auf dem römisch-vegetarischen Speiseplan, was nicht unbedingt jedem das Wasser im Mund zusammen laufen ließ.

Das Lagerabenteuer endete mit dem gemeinsamen Abbau des Lagers und auch hier galt wieder: Nur gemeinsam bekommen wir die Zelte abgebaut und ordnungsgemäß verstaut.

Im Anschluss an den „Zeitsprung“, wurde noch ein zweistündiger Bewegungsparcour im Niedrigseilgarten des Museumsparks absolviert. Besonders interessant macht den Niedrigseilparcour die Tatsache,  dass die Schülerinnen und Schüler nicht durch Seile gesichert sind, da er maximal 1,50 hoch ist und die Schülerinnen und Schüler wirklich zusammenarbeiten müssen, um nicht hinunterzufallen. Hier standen die Förderung der Teamkompetenz, das Hinauswachsen über sich selbst und eventuelle Ängste und natürlich auch der Spaß im Vordergrund.

Um 12.00 Uhr endete eine sehr interessante, lehrreiche und gelungene Veranstaltung, aus der alle Beteiligten wohl im Wesentlichen zwei Dinge mitnahmen:

1. Wir leben heute sehr bequem.

2. Unser Essen ist eindeutig leckerer als vor 200