175 Jahre Realschule Buer

"Kann das denn möglich sein ?", werden einige unter Ihnen vielleicht erstaunt fragen.  Doch, tatsächlich, die Schulform, die sich heute Realschule nennt, existiert in Buer seit 175 Jahren. Das ist historisch belegt und durch Namen und Daten nachzuweisen:

1828 Gründung der Höheren Privatschule in Buer durch bedeutende Männer des Kirchspiels. Zweck der Schule: weiterführende Ausbildung über den Rahmen der Volkshochschule hinaus und Vorbereitung der Kinder für den Besuch höherer Lehranstalten, Eröffnung der Schule mit 14 Kindern in einem größerem Raum im Haus der Witwe Vogt; alle Fächer, die ein Gymnasium lehrt, werden unterrichtet, Latein ist wahlfrei, erster leitende Lehrer: Cand. phil. Seitz, häufiger Lehrwechsel, sich schnell ändernde Unterrichtsprinzipien, die Bewohner von Buer wünschen mehr Beständigkeit;
1862 Umwandlung der Privatschule in eine ,,Selekta" (Begabtenklasse), die Schulbehörde des Fürstentums Osnabrück legt Anforderungen für die Aufnahme von Schülern fest, genehmigt den Lehr- und Stundenplan, bestimmt die Höhe des Lehrergehaltes, Lehrer Heinrich Böhmer leitet die Schule, er verdient jährlich 150 Taler und wird beköstigt; Kinder aus Buer, Oldendorf, Kirch-Barkhausen, Rödinghausen und Kilver nehmen am Unterricht der Schule teil, 1862 sind es 15, 1866 sind es 35 Schüler;
1866 Wechsel zur öffentlichen Bürger- oder Rektoratsschule, erster Rektor  der Schule ist Heinrich Böhmer, eine zweite Klasse wird eingerichtet, ein weiterer Lehrer wird eingestellt: Lehrer Uthe;
1870 die Rektoratsschule erhält ein eigenes Gebäude,  bis 1898 ist Heinrich Böhmer Rektor der Schule, danach häufiger Schulleiterwechsel und finanzielle Probleme,
1898 Samtgemeinde Buer übernimmt die Trägerschaft der Schule;
1914-1918 während des 1. Weltkrieges kämpft die Schule mit den Problem des Lehrermangels, da die Männer zum Militärdienst eingezogen werden. eine Reihe von Lehrerinnen unterrichtet vertretungsweise,               nach dem Krieg setzt man sich das Ziel, die Schule zur sechsklassigen Mittelschule auszubauen
1912-1925 Rektor Weber
1925-1931 Rektor Otto Bibow
1928 staatliche Anerkennung der Mittelschule Buer
1931-1959 Rektor der Mittelschule: Friedrich Unland (am 4.Juni 1959 verstorben)
1937 Im Sinne einer Zentralisierung sollen die kleineren Mittelschulen aufgelöst werden, darunter auch die Mittelschule in Buer. Kurz vor dem Auflösungstermin ( 31. März 1937) kommt jedoch die Nachricht: ,,Die Mittelschule in Buer bleibt in dem bisherigen Umfang bestehen.'
April 1945 Einquartierung amerikanischer Soldaten im Schulgebäude,
Sommer 1945 alle Schulen bleiben geschlossen;
Herbst 1945 der Unterricht darf teilweise wieder aufgenommen werden;
ab 1948 intensive Bemühungen um eine Erweiterung der Schule bzw. um die Genehmigung eines Neubaus
1958 Einweihung des Neubaus der Mittelschule
1959-1967 Schulleiter: Heinrich Hüsemann
1967-1977 Schulleiter: Max Moysich
1977-1991 Schulleiter der Realschule: Heinz Kortejohann
Juni 1980 Einweihung des Fachklassentraktes, genutzt von Haupt- und Realschule
1992-2002 Schulleiter: Dr. Herbert F. Bäumer
seit 2001 kommissarische Schulleiterin: Angelika Grobe
2003 Die Realschule besteht seit 175 Jahren.

 

Dieses Ereignis - das 175-jährige Jubiläum der Realschule Buer - soll am 14. Juni 2003 gefeiert werden. Die Vorbereitungen laufen, das Programm ist erstellt.

 

11.00 Uhr bis 13.00 Uhr Festakt in der neuen Turnhalle mit verschiedenen Schüleraktivitäten, Festvortrag und musikalische Einlagen
ab 13.00 Uhr Imbiss für geladene Gäste, Eröffnung der Ausstellung "Schulimpressionen" in der Realschule
14.30 Uhr bis 18.00 Uhr in Klassenräumen der Schule Kaffee und Kuchen für alle, die sich für die Realschule interessieren. Vorführung von Videofilmen zu Projekttagen aus vergangenen Zeiten, Darstellung der Alben der Entlassungsjahrgänge, "Schätzchen" aus dem Fundus ehemaliger Schüler und dem der Schule, Schülerdarbietungen. 
ab 19.00 Uhr "Bunte Runde bei Birr", Treffen von ehemaligen und jetzigen Schülern, Eltern, Lehrern

 

Das wichtigste an einer Schule sind immer die Schüler: Die gegenwärtigen Schüler sind die Hauptpersonen, auf die zukünftigen bereitet man sich vor, denn es ist wichtig, nach vorn zu schauen und sich um die Zukunft der Schule zu kümmern, was in Buer intensiv betrieben wird. Doch ein Jubiläum bietet die Möglichkeit, in all der Betriebsamkeit innezuhalten, um einen Blick zurückzuwerfen in die Vergangenheit.

Sie, die sie auf dem Titel "175 Jahre Realschule" aufmerksam geworden sind, gehören vielleicht zu den Ehemaligen, weil sie vor 2, 10, 25 oder 50 Jahren im dieser Schule gearbeitet, gelernt, von der Zukunft geträumt und manchmal auch geschlafen haben. Sie gehören zu den nicht unzähligen - die Schule ist ja eben nicht unüberschaubar groß-, aber doch vielen Schülern, die die Realschule geprägt haben, vielleicht auch von ihr geprägt worden sind.

Am 14. Juni 2003 haben Sie die Möglichkeit, Ihre Erinnerungen aufzufrischen, denn an diesem Tag wird das "Jubiläum - Ehemaligentreffen" stattfinden. "Was ist aus ihr, was ist aus ihm geworden?" Diese Fragen stellen sich ehemalige Schüler, Eltern und Lehrer. Bei Birr in Buer kann man auf Antworten hoffen!